top of page

Hauskaufberatung und worauf Käufer unbedingt achten sollten

7. Juli
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Sept.

Die 8 häufigsten Mängel bei einer Kaufberatung


Viele Mängel sind für Laien auf den ersten Blick nicht erkennbar. Eine professionelle Kaufberatung durch einen Architekten oder Bausachverständigen hilft dabei, Risiken frühzeitig zu identifizieren und spätere Überraschungen sowie hohe Sanierungskosten zu vermeiden.

Darüber hinaus dient die dokumentierte Zustandsbewertung als wertvolle Grundlage für Preisverhandlungen mit dem Verkäufer. Werden notwendige Sanierungsmaßnahmen oder bisher unbekannte Mängel festgestellt, können diese häufig bei der Kaufpreisverhandlung berücksichtigt werden. Die Kosten einer Kaufberatung amortisieren sich daher in vielen Fällen bereits durch eine realistische Einschätzung des tatsächlichen Immobilienwertes und mögliche Preisnachlässe.



1. Feuchtigkeit und Schimmel im Keller


Feuchtigkeitsschäden gehören zu den häufigsten Problemen bei Bestandsimmobilien. Besonders ältere Keller weisen oft eindringende Feuchtigkeit, fehlende Abdichtungen oder Schimmelbildung auf. Sichtbare Verfärbungen, modriger Geruch oder abblätternder Putz können erste Hinweise sein.


2. Schäden am Dach und an der Dacheindeckung


Undichte Dächer, beschädigte Dachziegel oder fehlende Wartung führen häufig zu erheblichen Folgekosten. Im Rahmen einer Kaufberatung werden Dachdeckung, Anschlüsse, Dachfenster sowie die Dachkonstruktion sorgfältig geprüft.


3. Veraltete Elektroinstallationen


In älteren Gebäuden entsprechen elektrische Anlagen oft nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Fehlende FI-Schalter, alte Leitungen oder überlastete Sicherungskästen können hohe Sanierungskosten verursachen.


4. Mängel an Fenstern und Fassaden


Undichte Fenster, Wärmebrücken oder Schäden am Außenputz beeinflussen nicht nur die Energieeffizienz, sondern können langfristig zu Feuchteproblemen und höheren Heizkosten führen.


5. Probleme mit der Heizungsanlage


Eine veraltete oder wartungsbedürftige Heizungsanlage stellt häufig einen erheblichen Investitionsbedarf dar. Alter, Zustand und Energieeffizienz der Anlage sollten vor dem Kauf genau bewertet werden.


6. Risse im Mauerwerk und in tragenden Bauteilen


Nicht jeder Riss ist kritisch. Allerdings können bestimmte Rissbilder auf Setzungen oder statische Probleme hinweisen. Im Rahmen einer Kaufberatung wird beurteilt, ob es sich um optische Mängel oder um konstruktive Schäden handelt.


7. Nicht genehmigte Umbauten und fehlende Unterlagen


Ein häufig unterschätztes Risiko sind Anbauten, Dachausbauten oder Grundrissänderungen ohne entsprechende Baugenehmigung. Ein Abgleich zwischen Bestand, Bauakte und genehmigten Plänen ist daher ein wichtiger Bestandteil einer professionellen Kaufberatung.


8. Asbest und andere Schadstoffe in Bestandsgebäuden


In Gebäuden, die vor den 1990er Jahren errichtet wurden, können asbesthaltige Baustoffe vorhanden sein. Häufig betroffen sind Dachplatten, Fassadenverkleidungen, Bodenbeläge, Fliesenkleber, Spachtelmassen oder Rohrisolierungen. Solange die Materialien unbeschädigt sind, besteht in vielen Fällen keine unmittelbare Gefahr. Bei Sanierungs- oder Umbauarbeiten können jedoch erhebliche Zusatzkosten für eine fachgerechte Entfernung und Entsorgung entstehen.


Im Rahmen einer Kaufberatung wird geprüft, ob aufgrund des Baujahrs und der vorhandenen Bauteile ein Verdacht auf schadstoffbelastete Materialien besteht und welche Auswirkungen dies auf zukünftige Sanierungsmaßnahmen haben kann.


Was wird bei einer Hauskaufberatung geprüft?


Eine professionelle Hauskaufberatung geht über die reine Suche nach sichtbaren Mängeln hinaus. Ziel ist es, den baulichen Zustand der Immobilie möglichst realistisch einzuschätzen und dem Käufer eine fundierte Grundlage für seine Kaufentscheidung zu geben.

Bei der Besichtigung werden die wesentlichen Bauteile und technischen Anlagen des Gebäudes betrachtet.


Dazu gehören unter anderem Dach und Fassade, Fenster, Keller, Außenwände, Innenräume, erkennbare Feuchtigkeitsschäden, Risse sowie Heizungs- und Elektroinstallationen. Bei älteren Bestandsgebäuden spielen außerdem das Baujahr, bereits durchgeführte Modernisierungen und der allgemeine Sanierungszustand eine wichtige Rolle.


Dabei geht es nicht darum, jedes Bauteil ausschließlich nach seinem Alter zu beurteilen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Maßnahmen kurz-, mittel- oder langfristig erforderlich werden können und welche Kosten dadurch auf den Käufer zukommen können.


Welche Unterlagen sollten vor dem Hauskauf geprüft werden?


Neben der Besichtigung vor Ort können die vorhandenen Unterlagen wichtige Informationen über eine Immobilie liefern. Käufer sollten sich deshalb möglichst frühzeitig relevante Dokumente vom Verkäufer oder Makler zur Verfügung stellen lassen.


Besonders hilfreich sind vorhandene Grundrisse, Schnitte und Ansichten, die Baugenehmigung und weitere Unterlagen aus der Bauakte sowie Informationen über bereits erfolgte Umbauten und Sanierungen. Auch der Energieausweis und vorhandene Rechnungen oder Nachweise über größere Modernisierungsmaßnahmen können wichtige Hinweise zum Gebäudezustand geben.


Ein Vergleich zwischen den vorhandenen Planunterlagen und dem tatsächlichen Bestand kann zudem Auffälligkeiten sichtbar machen. Gerade bei älteren Immobilien wurden im Laufe der Jahrzehnte häufig Grundrisse verändert, Dachgeschosse ausgebaut, Anbauten errichtet oder andere bauliche Veränderungen vorgenommen.


Weicht der vorhandene Zustand deutlich von den genehmigten Plänen ab, sollte vor dem Immobilienkauf geklärt werden, ob für die Veränderungen entsprechende Genehmigungen vorliegen.


Hauskaufberatung bei Altbau und Bestandsimmobilien


Besonders bei einem Altbau oder einer älteren Bestandsimmobilie ist eine fachkundige Kaufberatung sinnvoll. Viele Gebäude weisen einen über Jahrzehnte gewachsenen Zustand auf. Einzelne Bauteile wurden bereits modernisiert, während andere noch aus der ursprünglichen Bauzeit stammen.


Ein neues Badezimmer oder eine modernisierte Küche bedeutet daher nicht automatisch, dass sich das gesamte Gebäude in einem entsprechend guten technischen Zustand befindet. Dach, Leitungen, Abdichtungen, Fenster, Heizungsanlage oder Elektroinstallation können wesentlich älter sein und einen erheblichen zukünftigen Investitionsbedarf verursachen.


Bei einer Hauskaufberatung für einen Altbau ist deshalb insbesondere das Zusammenspiel der verschiedenen Bauteile und Modernisierungsmaßnahmen zu betrachten. So lässt sich besser einschätzen, welche Sanierungen in den kommenden Jahren wahrscheinlich werden und welche Maßnahmen möglicherweise miteinander kombiniert werden sollten.


Sanierungskosten vor dem Hauskauf realistisch einschätzen


Der Kaufpreis einer Immobilie ist nur ein Teil der tatsächlichen Investition. Gerade bei Bestandsgebäuden können notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen einen erheblichen zusätzlichen Kapitalbedarf verursachen.


Werden bei der Besichtigung beispielsweise ein sanierungsbedürftiges Dach, Feuchtigkeitsprobleme im Keller, eine ältere Heizungsanlage oder veraltete Installationen festgestellt, sollten diese Punkte bei der wirtschaftlichen Betrachtung der Immobilie berücksichtigt werden.


Eine Einschätzung der möglichen Sanierungskosten vor dem Hauskauf hilft Käufern dabei, die Gesamtinvestition realistischer zu beurteilen. Gleichzeitig können festgestellte Mängel und notwendige Maßnahmen eine sachliche Grundlage für weitere Gespräche mit dem Verkäufer bilden.


Gerade bei Immobilien mit erkennbarem Sanierungsstau kann die Differenz zwischen dem angebotenen Kaufpreis und der tatsächlich erforderlichen Gesamtinvestition erheblich sein.


Hauskauf mit Bausachverständigem oder Architekten


Viele Mängel einer Immobilie sind für Käufer ohne bautechnische Erfahrung nur schwer einzuschätzen. Ein Riss in einer Wand kann beispielsweise lediglich eine oberflächliche Erscheinung sein, aber auch Anlass für eine weitergehende Untersuchung geben. Gleiches gilt für Feuchtigkeit, Verfärbungen, ältere Installationen oder Auffälligkeiten an Dach und Fassade.

Eine Hausbesichtigung mit einem Bausachverständigen oder Architekten ermöglicht eine fachliche Einordnung solcher Auffälligkeiten.


Dabei können nicht nur bestehende Schäden betrachtet, sondern auch mögliche zukünftige Investitionen und der allgemeine Zustand des Gebäudes eingeschätzt werden.


Insbesondere bei älteren Häusern, ungewöhnlichen Konstruktionen oder bereits erkennbaren Schäden kann diese fachliche Begleitung vor dem Immobilienkauf wertvolle Informationen liefern.


Wann sollte die Hauskaufberatung stattfinden?


Idealerweise findet die Kaufberatung vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags statt. Zu diesem Zeitpunkt besteht noch die Möglichkeit, festgestellte Mängel, offene Fragen oder einen möglichen Sanierungsbedarf in die weitere Kaufentscheidung einzubeziehen.


Sinnvoll ist es außerdem, vorhandene Unterlagen bereits vor dem Besichtigungstermin zur Verfügung zu stellen. Dadurch können mögliche Unstimmigkeiten oder besondere Punkte gezielt beim Ortstermin überprüft werden.


Bei konkretem Kaufinteresse sollte die technische Prüfung daher möglichst nicht erst kurz vor dem Notartermin erfolgen. Je früher mögliche Risiken erkannt werden, desto mehr Zeit bleibt für weitere Untersuchungen, Kosteneinschätzungen oder Rückfragen an Verkäufer, Makler und Behörden.


Autor: Andrés Conesa Rosique

 
 
bottom of page